Montag, 18. Juli 2011

Machen wir es doch "einfach"

Einfache Sachen können kompliziert zu handhaben sein, und umgekehrt können komplizierte sogar komplexe Sachverhalte einfach dargestellt werden. Ein Blog-Artikel von Greg Satell und die dadurch ausgelöste Diskussion vertreten diesbezüglich interessante Sichtweisen und veranlassen mich, zum Thema „simplicity“ ein paar Worte zu verlieren.

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Kommentare:

  1. Sehr guter Artikel! Manchmal habe ich das Gefühl, dass es in der Welt keine harten Grenzen gibt und alles in einander über fliesst. Nur unsere "Kontrollsucht" bildet Schubladen. So meine ich, dass auch Kompliziertheit und Komplexität manchmal ineinander verfliessen können. Es gibt eindeutig komplizierte Dinge und eindeutig komplexe. Aber vielleicht ist auch das SpaceShuttle nicht gänzlich vorhersagbar und nur kompliziert.
    Schon ein einfaches Pendel (mit starrer aber masseloser Aufhängung) hat einen Punkt, an dem es nicht vorhersagbar ist: wenn es senkrecht nach oben zeigt und für einen kurzen Moment still steht. Dort kann man nicht vorher sagen, ob es nach links oder nach rechts fallen wird.

    Sehr gut gefällt mir der Punkt: "Bis zum Schluss ist nichts definitiv, alles kann jederzeit hinterfragt werden". Daher spreche ich auch nie von einem Projektziel. Ein Ziel ist etwas definitives, statisches.

    Auch die vier Punkte der Zusammenfassung finde ich gut. Beim dritten Punkt ("seek to manage") stutze ich: Jede Intervention erhöht die Komplexität und birgt die Gefahr der "Verschlimmbesserung". In einem echt kompexen System können wir die Konsequenzen unserer Interventionen nicht vorhersagen.
    Nachdem ich meine Studenten Komplexität erleben liess, fragen sie: "Wie können wir denn nun komplexe Situationen beeinflussen und mit gestalten?". Leider kann ich nur antworten: "Ich weiss es nicht". Hast Du eine befriedigendere Antwort?

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  2. Danke Peter. Tatsächlich können Systeme gleichzeitg kompliziert und komplex sein.

    Zur Frage der Studenten: die erste Betrachtung ist, dass es nicht ein System und ein Beobachter gibt (Newton'scher Ansatz), aber dass Beobachter und System ungetrennt und interdependent sind, bzw. es gibt ein System, nur weil es ein Beobachter gibt (quantische Betrachtung). D.h. ob ich etwas unternehme oder nicht, wird das System von meinem Verhalten beeinflusst, weil ich das System auch bin.

    Eine andere Antwort könnte aus dem Cynefin Framework von Snowden kommen: "probe-sense-respond"

    Eine systemische Frage hat keine falsche oder richtige Antwort. Ich hoffe, mit meinen Kommentaren, "dein" System befriedigend mitgeprägt zu haben. Schlussendlich weiss ich es auch nicht... ;-)

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